der ruhrberliner

"duisburg, wir haben ein problem !"

nachtrag 5, 16.-20. januar

16+17. jan: ich arbeite an der text- bzw. linksammlung und sammle querdurch, von istanbul-ruhr-kontakten und –berichterstattung über kumpel braucht image-berater reports, schmähende kommentare zu herb’s hymne, rechtslastige grenzwertigkeiten und ausgleichend-informative linkspublikationen; und der rathaus report aussem ennepe-ruhr-kreis dreht auch ganz schön am rad. die links kommen in kürze.

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20. jan, frühmorgens (1 h):

sollte mal reflektieren, was dieser blog eigentlich darstellt. (m)ein abgedrehtes fluchtszenario ? manifestation meiner berlin-verdrossenheit ? was verdriesst mich denn wieso ? keine ahnung oder zumindest noch kein text, also doch keine ahnung.

- dann im alert den rechtsradikalismus ruhr entdeckt. ist ja auch ein thema. auf der seite von politically incorrect (pi.scheissseite.de, ich weiss gar nicht, ob ich sowas verlinken soll), hab mich noch gar nicht zu genauerem inhaltlichen check überwinden können, dafür aber wenigstens kurz darauf die linke balance auf einer anderen seite gefunden (der kommt in die linksammlung, pi wohl auch, einfach um eine harte ruhrpottrealität zu dokumentieren, mal sehen, clicks sollen die von mir nicht kriegen).

der innere druck , dieses private ruhr-gemauschel online zu stellen, wächst, denn mein momentaner zugang zur ruhr ist die pure verhandlung eines abstraktums, diese region könnte auch neben togo liegen. also wirklich !

was mache ich ?  eine fern-ethnographische untersuchung – auf netzbasis – keine teilnehmende,  aber dafür eine beobachtende, sammelnde, sortierende, themenerweiternde, und immer wieder subjektives geplänkel einfliessen lassende … was ? – in fachkreisen geht das schon mal als qualitative forschung durch – dazu eine begleitende selbstanalyse und hinterfragung der eigenen motive.

genau !! und vor allem: ab jetzt ist schluss mit den nachträgen, der blog geht in die echtzeit !

Januar 23, 2010 Geschrieben von | ruhr 2010, ruhrgebiet | , , | Hinterlasse einen Kommentar

nachtrag 4, 12.+13. januar

habe nach subkultur ruhr2010 und alltagsblogs gegoogelt, da fand ich nix so wirklich dolles. entweder unlesbar lange texte oder mir nichtssagendes band-namen-geklapper,  dark, black and gothic anmutungen (web designs). und bin zum schluss doch nur auf nem t-shirt-link gelandet, auf dem mich rechtsaussen mich tatsächlich so ein wort wie „kinderstrickmütze“ anblinzelte. huuh ! commercial sackgasse.

manfredinblack.blog war heute der ansprechendste blog, weil er am entspannendsten erzählte, statt über aktuelles überzuschäumen. platz 2 ist bis jetzt noch die zufällig gefundene diplomandin (?), die sich beschwert, wie sie bitteschön ihren bereits angemieteten camper wieder loswerden soll, um doch noch bei den 2-3 strassen mitzumachen (wo sie sich doch als eine der ersten beworben hat).  das war zwar nicht sehr erhellend, aber immerhin alltag.

13januar

war ja nicht viel, seit gestern.

heute hab ich meinen alert wieder abgegrast.

-bin auf online zeitung „der freitag“ gestossen,

der zweite artikel (kollateralnutzen) gefiel mir noch besser als das genörgel über herbie’s hymne (der link kommt noch). dieser erich schütz hat gut recherchiert und gibt einblicke  „für aussenstehende“. das politisch-tendenzielle und die gelegentliche unsachlich werdende und subjektive polemik kann man ertragen, und macht ja auch spass, bei all den fakten.

-  diese formatierung mit der word-autoformatierung von 3 bindestrichen in eine durchgezogene linie, die man nie wieder unter kontrolle bekommt, macht mich fertig.

- nevertheless, was war noch ? – erste mentale zweifel an der umsetzung dieses projekts, so aus der ferne …  ein gespräch mit schwester 1 erinnert mich daran, dass schwester 2′s homebase in münster liegt und damit ein perfekter standort für ausflüge ins ruhrgebiet ist.  die motivation stabilisiert sich wieder.

- hans-werner henze – den werd’ ich mir schon geben, da reis’ ich an, soll’n doch die schalke-fans ruhig pöbeln, ick steh zu meiner hochkultur,  na, zumindest kann ich sowas hören und in berlin ist neue musik auch recht rar.

im freitag wird da eine hochkultur hier sogenannten „flatrate-events“ gegenüber gestellt. das fest auf der A40 rückt da als mega-kleinkünstlerfest erneut in meinen fokus, natürlich, die love-parade wird irgendwo dort mitmischen, aber da kann mensch sich ja optional und real dutzende von kilometern entfernt halten. medial ist das auch nicht mehr in gänze zu erfassen. es sei denn, die mittel sind vorhanden, um einen vergleichbaren manpower aufwand wie für „24 stunden berlin“ zu ermöglichen. gibts da projekte ? überlegungen für ein internet-portal, in dem sich dieses fest im web 2.0 stil manifestiert ?

morgen mehr …

Januar 23, 2010 Geschrieben von | ruhr 2010, ruhrgebiet | , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

nachtrag 3, vom 11. januar

heute mittag erst mal einen google alert eingerichtet und die blogs durchforstet, nach subkultur blogs statt major blogs – ttt wiedergefunden, endlich fritz pleitgens’ aufgabe als sprecher r10 erkannt, ca 2h live-doku auf phoenix gesehen, bzw. auf dem online recorder abgelegt, weil soviel ruhr schaff’ ich auffem sofa nicht am stück.

dann oder zwischendurch die andere kulturhauptstadt istanbul gegoogelt. kommt vergleichsweise gar nichts an info, das beste war noch der dlf-beitrag von wem ? und  die schlagzeile „korruptionshauptstadt statt kulturhauptstadt ?“, historische gebäude, tunnel unterm bosporus, erdogans (oder erdoyans?) nähkästchen, künstlerbeschwerden (projekt: let the blind take photographs and read).

mein kumpel hakan von gegenüber, 22, köln- bzw. berlintürke, weiss davon gar nichts, hat’s nicht auffem schirm, schlaumeiert und erzählt mir, aber istanbul is doch garnich hauptstadt ! – ich korrigiere „kultur ! hauptstadt“ und ernte „was issen das ?“, also erkläre ich ein bisschen, rate ihm von einer vermutlichen telefon-lottogewinn-abzocke ab, verrate ihm, dass venedig in italien liegt.

dabei gibt’s doch jede menge türken, sowohl an ruhr als auch in berlin. das muss sich doch langsam rumgesprochen haben, in den gemeinden.

muss ich mal angoogeln. deutsch-türkische, bzw. deutschtürkische partnerschaften/kooperationen anlässlich ruhr/istanbul 2010 … (istanbul im 1. quartal des 1. elements, der „erde“, entlang der ruhr läuft dieses thema seit 150 jahren.)

sie legen sich ganz schön ins zeug, anderruhr, fürdieruhr, schon gestern auf die neue hymne von herbert gestossen, und jetzt noch mal mit bildern bei phoenix gesehen – na ja, die werde ich wohl noch öfters hören, wenn ich am thema dranbleibe.

fussball war bei phoenix auch ein thema, wie stiefmütterlich es doch bei ruhr 2010 behandelt, wo doch so ein identifikation-stiftungstum. mir fallen bilder von vor 2 tagen ein – verabschiedung otto köhlers (?? da muss ich beim auskenner nachfragen), eine überzeugende verabschiedung eines fussballer-idols und wie sie sich gegenseitig grandios und herzerwärmend feiern (da bleibt der moonwalk kalt links liegen), das war schon beeindruckend und inszeniert.

okay – hallo ? hier kommt mein zweites leichtes vorbedenken (das erste sind die vielen autobahnen, die alles erst zu diesem verbundenen städte-gürtel machen, und daher bestimmt ständig das areal durchschneiden und staumeldungen produzieren).

vorbehalt 2 ist: fussball. bei meiner ignoranz fussball gegenüber, werden da eine ganze menge alltags- oder tresengespräche wegfallen. aber nicht wirklich dramatisch, dieser vorbehalt, ich lebe in grosse stadt mit exzessivem fussballwahn, und ich komm damit klar, kann es umgehen, finde genug andere, die sich auch nicht für fussball interessieren …

autobahnen sind da wesentlich unumgänglicher und negativ belegt; der wahrscheinlich guterschlossene öffentliche-personen-nahverkehr (öpnv) ist dagegen absolut reizvoll, das beruhigt mich und erfüllt ein grundbedürfnis: gewährleistung einer besser funktionierenden, weil autofreien mobilität in einem erträglichen radius von 45min s-bahn ab wohnort. ich glaube, da kommt man im ruhrgebiet ganz schön rum (in den plan: 1 tag s-bahn durchs rgb, auch busse, oder tram oder schwebebahn, rikschas, taxi)

ausserdem bei phoenix:

schöne doku über ruhrlandschaft innerhalb des phoenix nachmittags (s.o.). natürlich beeindruckend inszeniert, aber damit auch ansprechend, gerade die randgebiete, und wann hatte ich vergessen, dass die ruhr im hochsauerlandkreis ihren anfang nimmt ? elli’s einkaufladen umme ecke war auch guter beitrag, die kinderaufbereitung in der wasseraufklärungsstelle ruhr (die mit den mikroskopen) war auch für nicht-eltern ganz beruhigend und positives puzzle-stück im ruhr’10 kaleidoskop

Januar 23, 2010 Geschrieben von | ruhr 2010, ruhrgebiet | , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

nachtrag 1, 09. januar

wie alles anfing:

09. januar: es startet die kulturhauptstadt ruhrgebiet. da sollte ich was schreiben, über mein interesse an einer mir eigentlich ziemlich unbekannten region. woher kommt das denn ? naja, das ruhrgebiet ist eben meine option. wenn mich mal wieder der überdruss packt und ich überlege, noch mal in ein anderes ballungsgebiet in deutschland zu ziehen.

das könnte das ruhrgebiet sein, weil: (jetzt kommen die ersten klischees)

- diese ballung von zusammenhängenden städten, da habe ich gleich ein bild von einem „city belt“ vor augen, so ähnlich wie in w. gibsons cyberpunk romanen beschrieben, nur nicht so futuristisch. geschlossene stadtfläche also. ist das jetzt ein pluspunkt für das ruhrgebiet ? aber es soll ja auch viel grün geben.

- über 5 mio einwohner, auf so viele städte verteilt, da sollte jede/r eigentlich alles und jeden finden können, was berlin in seiner kompaktheit auch anbietet.

- es gibt trockenen humor, eine andere mentalität, bisher ist mir noch keine/r aus dem ruhrgebiet blöd gekommen,  und der hauptstadt-hype wär’ auch vorbei.

leider habe ich die seit 2006 existierenden vorbereitungen zur kulturhauptstadt oder z.B. den 2-3strassen-anmeldeschluss im letzten herbst verpasst und der zug ist schon weg;

also mach ich das so, stelle meine notizen zum thema ins netz. kommentare und gedanken zur eigenen motivation, fundstücke aus der medialen berichterstattung, gespräche mit z.B. exil-mülheimern und überzeugten vollberlinern über mögliche berlin- oder ruhrgebiet-boni, über das, was man hier so fern von der ruhr überhaupt wahrnimmt.

Januar 23, 2010 Geschrieben von | ruhr 2010, ruhrgebiet | , | Hinterlasse einen Kommentar

start: gruss an die ruhr !

hier ein blog zum thema „ruhr 2010“ – aus der ferne in richtung ruhrgebiet.

sozusagen ein tunnelblick von der hauptstadt in die aktuelle kulturhauptstadt.

ich bin kein urberliner (nur der ruhrberliner) und im ruhrgebiet hab’ ich nie gelebt.

es sei denn, meine kindheit, jugend und schulzeit im wittgensteiner land, also mitten im rothaargebirge, definiert mich als ehemaliges mitglied einer ruhrrand-gruppe.

und heute: ein nach 20 jahren vom hauptstadt-hype angefressener berliner richtet seinen blick  auf das ruhrgebiet, auf der suche nach, hm, nach was ? dem leben im alternativen ballungsgebiet ? nach der antwort auf die frage, ob man sich nicht auch woanders auf die füsse treten kann und durch menschenmengen drängeln muss ?

im moment ist das noch ein bisschen abstrakt (aber irgendwo im hintergrund spielt leise ein fernweh-radio) und mir bleibt im zugeschneiten berlin erst mal nichts anderes als die mediale fernbeobachtung, per tv, netz und radio, ein bisschen zeitung, gespräche mit berlin-orientierten freunden, die frage, ob ich hier wegfahr’ oder was ?

seit dem 10. januar sind so ein paar eigene texte, fragmente, und eine linksammlung zu mir bisher aufgefallenen beiträgen aus dem täglichen google alert „ruhr2010“ und anderen quellen entstanden. dies soll nun öffentlich fortgesetzt werden.

kommentare und antworten, kontakte und zurück-tunneln sind natürlich willkommen. darum mach ich das ja.

Januar 23, 2010 Geschrieben von | ruhr 2010, ruhrgebiet | , | 1 Kommentar

   

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